Neue Phänomenologie

Ein philosophisches Netzwerk zur Aufwertung der Gefühle als Atmosphären und Stimmungen.

Willkommen

Die Neue Phänomenologie ist eine philosophische Lehre von Hermann Schmitz (1928–2021) und stellt viele Selbstverständlichkeiten des naturwissenschaftlichen Weltbildes in Frage. Das herrschende Weltbild wird als reduktionistisch-introjektionistisch-psychologistisch beschrieben und soll durch Aufwertung der Gefühle als Atmosphären und Stimmungen ergänzt und erneuert werden.

Kernthesen

Zitate zur Neuen Phänomenologie

1

Subjektive Tatsachen

Im wirklichen Leben sind die subjektiven Tatsachen die härtesten.

2

Gefühle

Gefühle haben Autorität; sie stellen Ansprüche, denen sich der von ihnen Ergriffene nicht leicht und unbefangen entziehen kann.

3

Affektives Betroffensein

Affektives Betroffensein ist der Ursprung und Herd der subjektiven Tatsachen.

4

Gefühle als Atmosphären

Die Neue Phänomenologie stellt in gewissem Sinn das urchristliche Gefühlsverständnis wieder her, in dem sie scharf zwischen dem Gefühl selbst und dem Fühlen des Gefühls unterscheidet.

5

Chaotische Mannigfaltigkeit

Die Chaotische Mannigfaltigkeit steht der prägnanten Geschlossenheit des Eindrucks keineswegs im Wege.

Das Netzwerk Neue Phänomenologie und diese Webseite ist eine Intiative des Münchner Arbeitskreises für Neue Phänomenologie. Dieser Arbeitskreis für Neue Phänomenologie versteht sich als ein offenes Forum für Wissenschaftler, Praktiker und Interessierte, das sich intensiv mit der Philosophie von Hermann Schmitz, dem Begründer der Neuen Phänomenologie, auseinandersetzt.

Münchner Arbeitskreis für Neue Phänomenologie

1. Entstehung und Zielsetzung

Der Arbeitskreis wurde 2011 gegründet, um die leibphilosophischen und phänomenologischen Ansätze von Hermann Schmitz im süddeutschen Raum (insbesondere in München) zu pflegen, verständlich zu machen und weiterzudenken. Im Zentrum steht das Anliegen, die oft sehr abstrakte akademische Philosophie für die konkrete menschliche Erfahrung und für andere Fachdisziplinen fruchtbar zu machen.

2. Die inhaltlichen Schwerpunkte

Die Arbeit des Kreises dreht sich um die zentralen Säulen der Neuen Phänomenologie, darunter:

  • Der Leib und das leibliche Befinden: Die Abgrenzung des spürenden Leibes (mit Phänomenen wie Enge, Weite, Schmerz, Atem) vom bloß messbaren, anatomischen Körper.
  • Atmosphären und Gefühle: Die Betrachtung von Gefühlen nicht als private, innere Zustände, sondern als atmosphärische Mächte im Raum, die uns betreffen und ergreifen (z. B. die Atmosphäre der Trauer, des Festes oder eines Raumes).
  • Leibliche Kommunikation: Das Zusammenspiel von leiblicher Resonanz, Mimik, Gestik und der Dynamik von Einbeziehung und Abkapselung.
  • Die Kritik am Reduktionismus: Die Abkehr von der klassischen Vorstellung, dass sich alles Erleben rein hirnorganisch oder über das kartesische Geist-Körper-Dilemma erklären lässt.

3. Aktivitäten und Arbeitsweise

Der Arbeitskreis zeichnet sich durch ein breites Spektrum an Formaten aus:

  • Regelmäßige Treffen: Gemeinsame Lektüre der oft komplexen Schriften von Hermann Schmitz sowie die Diskussion aktueller philosophischer Texte.
  • Interdisziplinärer Austausch: Der Kreis bildet eine Brücke zu praktischen Anwendungsfeldern. Besonders stark vertreten sind Bezüge zur Psychotherapie, Medizin, Architektur, Soziologie und Organisationsentwicklung. Es wird untersucht, wie z. B. Therapeuten das Konzept der „leiblichen Resonanz“ in der Praxis nutzen können.
  • Tagungen und Vorträge: Organisation von Veranstaltungen, bei denen führende Phänomenologen und Praktiker ihre Arbeiten vorstellen und diskutieren. Die letzten Fachtagungen fanden 2016 und 2021 statt.

Der Münchner Arbeitskreis versteht sich somit nicht nur als lokale Gruppe, sondern als lebendiges, interdisziplinäres Netzwerk, das die Neue Phänomenologie als Werkzeug nutzt, um die menschliche Lebenswelt in ihrer unreduzierten Vielfalt beschreibbar und erfahrbar zu machen.

Gründungsmitglieder

Über uns

Prof. Dr. Robert Gugutzer

Studium der Soziologie, Psychologie und Politikwissenschaft an den Universitäten Tübingen und LMU München (1989 – 1995), Promotion an der Universität Halle-Wittenberg zum Thema „Leib, Körper und Identität. Eine phänomenologisch-soziologische Untersuchung personaler Identität“ (2001). Habilitation an der Universität Augsburg mit einer Arbeit zum Thema „Verkörperungen des Sozialen. Neophänomenologische Grundlagen und soziologische Analysen“ (2011). Ausbildung zum Systemischen Einzel-, Paar- und Familientherapeuten (Abschluss 2002). Professur für Sozialwissenschaften des Sports an der Goethe-Universität Frankfurt/M. Mitglied der Gesellschaft für Neue Phänomenologie
Aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Körpersoziologie, Sportsoziologie, Filmsoziologie, Neophänomenologische Soziologie

Dr. Thomas Latka

Studium der Philosophie, Soziologie und Psychologie in Frankfurt a.M., München und Kyoto, Japan. Promotion 2002 in Philosophie über die Verknüpfung von japanischer Raumphilosophie und westlicher Systemtheorie („Topisches Sozialsystem“). Seit 1999 als Berater und Trainer in der Softwarebranche sowie seit 2010 als Coach und Systemischer Therapeut tätig. Mitglied der Gesellschaft für Neue Phänomenologie
Forschungsschwerpunkt: Leibphänomenologie, Topologische Systemtheorie, Therapeutische Anthropologie.
Anwendungsgebiete: Systemische Therapie und Beratung, Systemaufstellungen, Therapeutische Naturerfahrung.

Prof. Dr. Charlotte Uzarewicz

Soziologin Dr. disc. pol., Ethnologin M.A., Krankenschwester, Professorin für Pflegewissenschaft, Studiengänge Pflegemanagement, Pflegepädagogik und Pflege Dual; stellv. Direktorin des Instituts für Fort- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung (IF) an der Kath. Stiftungsfachhochschule München. Honorarprofessorin für das Fachgebiet „Kultur und Ästhetik in der Pflege“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar; Pflegewissenschaftliche Fakultät (www.pthv.de). Mitglied der Gesellschaft für Neue Phänomenologie:
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Leibphänomenologie und Körpertheorien in der Pflege, transkulturelle Pflege, Phänomene des Krankseins, Gesundseins sowie der Pflegebedürftigkeit, Neue Ästhetik, Raumtheorien und -gestaltung.

Dr. Michael Uzarewicz

Soziologe (M.A.), Dr. disc. pol.; Maschinenschlosser; freiberuflicher Autor; Lehrbeauftragter in den Studiengängen Pflegemanagement, Sozial- und Gesundheitsmanagement, Health Care Studies an der Fernhochschule Hamburg (Studienzentren München und Nürnberg); Mitglied der Gesellschaft für Neue Phänomenologie:
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Leibphänomenologie, soziologische Theorie, Transkulturalität, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie

Alle Gründungsmitglieder sind Mitglieder der Gesellschaft für Neue Phänomenologie e.V. mit Sitz in Rostock.

Verbindung

Kontakt

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info (at) neophaen.net

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NeoPhän.Net ist das Netzwerk von Interessierten, die sich mit der Theorie und Praxis der Neuen Phänomenologie von Hermann Schmitz beschäftigen. Neben der Gesellschaft für Neue Phänomenologie bietet die NeoPhän.Net-Webseite die Möglichkeit, dass sich Interessierte und lokalen Gruppen besser vernetzten können, und ein lebendiger Austausch z.B. über die Mailingliste stattfinden kann.

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